Beim Stichwort Chrom denken die meisten an ein glänzendes Metall, das ordentlich poliert werden muss. Chrom ist ein Schwermetall, das in der Natur in verschiedenen Formen, sogenannten Oxidationsstufen, vorkommt. Manchmal ist es richtig giftig, aber als dreiwertiges Chrom, auch Cr3+ oder Chrom (III), ist es für uns ein essenzielles Spurenelement und lebenswichtig.

Hier erfährst Du:

Warum braucht unser Körper Chrom?

Die am besten beschriebene Funktion von Chrom in unserem Stoffwechsel ist sein Mitwirken an der Insulinwirkung. Insulin bindet an einen Rezeptor an der Zelloberfläche seiner Zielzellen. Dieser Rezeptor durchspannt die Zellmembran und die Information, dass an der Außenseite ein Insulinmolekül gebunden hat, muss ins Innere übertragen werden.

Dazu bindet der Rezeptor Chromodulin. Das ist ein bisher nicht bis ins Detail beschriebener Komplex aus Nicotinsäure (Vitamin B3) und verschiedenen Aminosäuren, der auch als Glukosetoleranzfaktor bekannt ist. Erst, wenn dieser Komplex an der Innenseite an den Rezeptor gebunden hat, wird das Signal übertragen (7).

Im Wesentlichen besteht die Wirkung also in einer Verbesserung des Insulinsignals, mit all seinen weitreichenden Folgen für den Stoffwechsel.

Schon gewusst?

Chrom ist nicht gleich Chrom. Nur die Oxidationsstufe Chrom (III) ist nützlich für den Körper. Es gibt allerdings Hinweise, dass dieses im Körper zum schädlichen Chrom (V) oder Chrom (VI) oxidiert wird. Die gelten als erbgutschädigend und stark krebserregend zu sein. Deshalb ist Chrom mit Vorsicht zu behandeln. Vor einer Chromspeicherkrankheit muss man sich dagegen nicht fürchten. Hierbei handelt es sich um ein Phantom (8).

Welche positiven Wirkungen hat Chrom auf unsere Körper?

Chrom beeinflusst über diesen Wirkmechanismus nicht nur den Zuckerstoffwechsel es scheint auch in den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel einzugreifen. Es trägt in ausreichender Menge dazu bei das Cholesterin zu senken, wobei vor allem das „schlechte“ LDL Cholesterin sinkt und das  “gute“  HDL Cholesterin steigt (1).

Auch die Muskulatur profitiert von einer ausreichenden Chromversorgung. Unter dem Einfluss des Spurenelements kann sich  die Aufnahme von Aminosäuren in das Muskelgewebe verbessern. Diese stehen dann für die Synthese von Proteinen zur Verfügung.

Möglicherweise ist Chrom auch an der Zellteilung beteiligt. In den Zellkernen kommt Chrom jedenfalls in beachtlichen Mengen vor (2).

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Wie kann Chrom aufgenommen und gespeichert werden?

Ob und in welchem Umfang Chrom aus der Nahrung aufgenommen wird, hängt davon ab, in welcher Form das Spurenelement vorliegt. Anorganische Chromverbindungen werden so gut wie gar nicht resorbiert. Das für den Stoffwechsel wichtige Chrom (III) wird im Dünndarm entweder durch passive Diffusion oder aktiven, rezeptorvermittelten Transport aufgenommen. Aminosäuren und Ascorbinsäure (Vitamin C) fördern die Aufnahme. Zink hemmt als Antagonist die Aufnahme, ebenso wie Phytinsäure, ein pflanzliches Metallspeichermolekül, das in Hülsenfrüchten, Getreide und Ölsaaten vorkommt.

Im Blut wird Chrom an Transferrin, ein Eisentransportprotein, oder Chromodulin gebunden transportiert. Wesentliche Speicherorte sind Leber, Milz, Nieren, Lunge und Knochen. In diesen Geweben liegt der Chromgehalt zwischen 20 und 30µg pro Kilogramm (3). 

Wie entsteht ein Chrommangel?

Wenn der Bedarf des Körpers an Chrom nicht gedeckt wird, kann das zu einem Chrommangel führen. Das liegt oft einfach daran, dass die Aufnahme zu gering ist. Viele Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, sind industriell hergestellt und stark verarbeitet. Das wirkt sich negativ auf den Chromgehalt aus. Manche natürliche Lebensmittel sind zwar reich an Chrom, stehen dafür aber eher selten auf dem Speiseplan. Für bestimmte Personengruppen, wie Ältere, Schwangere, Sportler oder bei bestimmten Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, ist der Chrombedarf erhöht, ebenso wie bei einer extrem fett- und zuckerreichen Ernährung. Auch Dauerstress erhöht den Chrombedarf.

Eine weitere mögliche Ursache für einen Chrommangel ist die gestörte Resorption im Darm, wie sie bei Erkrankungen des Verdauungstraktes auftreten kann. Auch eine zu hohe Aufnahme von Eisen kann die Resorption von Chrom hemmen, denn die beiden Spurenelemente sind Gegenspieler und konkurrieren um die Aufnahme (4).

Was tun bei Chrommangel?

Falls der Chrommangel allein ernährungsbedingt ist, kann er durch eine Umstellung auf abwechslungsreiche und ausgewogene Kost behoben werden. Eventuell sollte man über eine Chrom Nahrungsergänzung nachdenken, um den Mangel zu beheben.

Besteht ein sekundärer Chrommangel, der die Folge einer anderen Erkrankung ist, muss diese behandelt und wenn möglich geheilt werden, um das Defizit dauerhaft ausgleichen zu können (4).

Woran erkennt man einen Chrommangel?

Zu den Symptomen eines Chrommangels zählen psychische Beschwerden wie Gereiztheit, Angst, Nervosität sowie Lern- und Konzentrationsstörungen. Aber auch Müdigkeit, Muskelschwäche oder übermäßiger Harndrang können auf ein Defizit im Chromhaushalt hinweisen. Auch Heißhungerattacken und starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind möglich. Dadurch kann Chrommangel Übergewicht begünstigen (5).

Junges Mädchen auf einer Wiese hält Erdbeeren in der Hand

Was können Folgen eines Chrommangels sein?

Chrom spielt eine wichtige Rolle im Zuckerstoffwechsel, indem es an der Signalwirkung von Insulin beteiligt ist. Ein andauernder Chrommangel kann daher Glucoseintoleranz und Insulinresistenz nach sich ziehen und die Entstehung von Diabetes begünstigen. Wegen seiner Beteiligung am Fettstoffwechsel drohen auch erhöhte Cholesterinwerte, Arteriosklerose und Schlaganfälle. Des Weiteren besteht der Verdacht, dass ein Chrommangel die Schilddrüse negativ beeinflussen könnte (6).

Welche Lebensmittel sind gute Chrom Lieferanten?

Chrom ist in nennenswerten Quellen vor allem in tierischen Produkten enthalten, vor allem in Fleisch und Innereien wie Leber oder Nieren. Außerdem sind Eier und manche Käsesorten gute Chromlieferanten. Auch Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und Nüsse sind gute Quellen. Obst und Gemüse enthält dagegen mit rund 1-2µg pro 100g kaum Chrom. Ausnahmen sind eventuell Tomaten, Grünkohl, Kopfsalat und Spinat sowie Heidelbeeren und Bananen mit 5-8µg.

Spitzenreiter sind Bierhefe mit 200µg, Paranüsse mit 100µg, Linsen mit 70µg, Muscheln und Huhn mit rund 25µg – jeweils bezogen auf 100g des Lebensmittels.

Woran erkennt man gute Chrom Präparate?

Chrom kann in organischen oder anorganischen Verbindungen vorliegen. Die Resorption dieser beiden Verbindungsklassen unterscheidet sich deutlich. Während organische Verbindungen, also solche, die Kohlenstoff enthalten, in der Regel gut aufgenommen werden, sinkt die Rate bei anorganischen Chromverbindungen auf etwa ein Prozent. Daher sind sie als Nahrungsergänzungsmittel für Chrom eher ungeeignet. Das organische Chrompicolinat hat sich dagegen als sehr günstig erwiesen, was die Aufnahmerate und Bioverfügbarkeit angeht.

Auch Bierhefe, eine ganz natürliche Chromquelle, eignet sich gut zur Nahrungsergänzung mit Chrom.

Hochwertige Chrom Präparate erkennen sie neben der organischen Chromverbindung auch daran, dass sie frei von Zusatzstoffen wie Farb- oder Aromastoffen sind. Die maximale Zufuhr als Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 60 µg pro Tag. Damit ist weitgehend ausgeschlossen, dass die täglich benötigte Zufuhr von bis zu 100 µg überschritten wird (7).

Quellen

  1. Centrosan, Spureneement Chrom – wichtiger Baustein im Zuckerstoffwechsel, online, Stand: 21.01.2022 https://www.centrosan.com/Wissen/Naehrstoff-Lexikon/Spurenelemente/Chrom.php
  2. Deutsche Apotheker Zeitung, Chrom – Funktionen, Bioverfügbarkeit und Versorgung https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2006/daz-11-2006/uid-15588
  3. Eucell, Chrom, online, Stand: 21.01.2022 https://www.eucell.de/ernaehrung/ernaehrungslexikon/spurenelemente/chrom.html
  4. Dr. med. S. Achermann, Dr. J. Feucht, Chrom, online Stand: 21.01.2022 https://www.eesom.com/ernaehrung-stoffwechsel/ernaehrung/nahrungsbestandteile/spurenelemente/chrom/
  5. Donn Apotheken, Chrommangel behandeln und vorbeugen, online, Stand: 21.01.022 https://www.donn-apotheke.de/gesundheitsbibliothek/index/chrom/
  6. Vitaminmanel.at, Chrommangel: Ursachen, Symptome & Behandung mit Chrom Präparaten https://www.vitamin-mangel.at/mineralstoffmangel/chrommangel/
  7. Vitamin Doctor, Chrom zur Behandlung von diabetes und Zyklusstörungen, online, Stand: 21.21.2022 https://www.vitamindoctor.com/naehrstoffe/mineralstoffe/chrom
  8. Chemiker warnen vor chromhaltigen Nahrungsergänzungen, online, Stand: 21.021.2022 https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65350/Chemiker-warnen-vor-chromhaltigen-Nahrungsmittelergaenzungen

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