Wer denkt schon an Jod? Kröpfe sieht man heutzutage nur noch selten. Das ist gut. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Jod ein wichtiges Spurenelement ist, ohne das unser Körper nur auf Sparflamme läuft.

Hier erfährst Du:

Warum braucht unser Körper Jod?

Jod ist für die Produktion der Schilddrüsenhormone Triodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) essenziell. Ohne Jod kann die Schilddrüse nicht funktionieren. Schilddrüsenhormone sind an vielen körpereigenen Prozessen wie Wachstum, Knochenbildung, die Entwicklung des Gehirns oder dem Energiestoffwechsel beteiligt (1).

Welche positiven Wirkungen hat Jod auf unsere Körper?

Das ist ganz klar: Es ermöglicht die Synthese der Schilddrüsenhormone. Und diese Hormone, kurz T3 und T4 genannt, sind das Gaspedal für unseren kompletten Organismus. Sie steigern den Grundumsatz und Energieverbrauch, indem sie die Stoffwechselaktivität fast aller Organe erhöhen. Sie wirken auf Herz und Kreislauf, aktivieren den Stoffwechsel von Fett und Bindegeweben, die Aktivität von Darm und Nieren und auch die Aktivität der Schweiß- und Talgdrüsen. Schilddrüsenhormone sind vor allem bei Kindern wesentlich an Wachstumsprozessen und auch der Entwicklung des Gehirns beteiligt (2).

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Wie kann Jod aufgenommen und gespeichert werden?

Jod wird mit der Nahrung in Form von Jodid (I) aufgenommen und im oberen Teil des Dünndarms nahezu vollständig resorbiert. Das resorbierte Jodid wird im Blutplasma an Eiweiß gebunden und so transportiert. Von der Schilddrüse wird es von einem sehr effektiv arbeitenden Transportprotein gegen ein starkes Konzentrationsgefälle aufgenommen. In der Schilddrüse liegt Jod an Thyreoglobulin, ein Speicherprotein, gebunden vor. Bei Bedarf werden daraus die Schilddrüsenhormone T3 und T4 freigesetzt (3).

Wie entsteht ein Jodmangel?

Der Jod Tagesbedarf ist vom Alter und der Lebensphase abhängig, bewegt sich für Erwachsene aber immer in der Nähe von 200µg pro Tag. Bei Schwangeren und Stillenden ist er erhöht, bei Kindern wegen des geringeren Körpergewichts niedriger. Deutschland ist ein Jodmangelgebiet, die Böden enthalten nur sehr wenig Jod. Dabei stellt die Küstenregion eine Ausnahme dar, denn Meerwasser enthält reichlich Jod, das mit dem Wasser verdunstet, als Regen fällt und die Böden mit Jod anreichert.

Jodmangel entsteht, wenn die tägliche Zufuhr langfristig unter der empfohlenen Verzehrmenge liegt. Um den Jodmangel auszugleichen, wird dem Tierfutter Jod beigemischt und jodiertes Speisesalz im Handel angeboten. Seit Beginn dieser Maßnahmen hat sich die Jodversorgung der Bevölkerung Deutschlands deutlich gebessert.

Was tun bei Jodmangel?

Akuter Jodmangel lässt sich am besten mit der Nahrung ausgleichen. Seefisch und Meeresfrüchte sollten am besten zweimal wöchentlich auf dem Teller liegen. Auch Milch und Eier sollten nicht auf dem Speiseplan fehlen. Jodiertes Speisesalz ist außerdem eine sehr gute Jodquelle und sollte ausschließlich zum Salzen verwendet werden. Obwohl es aus jodhaltigem Wasser gewonnen wird, bleibt Meersalz mit einem Jodgehalt von nur 5-50µg pro 100 g weit hinter jodiertem Speisesalz zurück (4,5).

Falls diese Maßnahmen nicht reichen, einen akuten Jodmangel auszugleichen, können ergänzend zur Unterstützung der Schilddrüse Jodtabletten eingenommen werden.

Schon gewusst?

Auch zu viel Jod ist nicht gut. Bei einer Überdosierung kann Jod Nebenwirkungen wie starke Speichelbildung, einen metallischen Geschmack, Störungen des Verdauungstraktes oder Hautausschlag auftreten. Tägliche Verzehrmengen von bis zu 500 µg gelten aber als sicher (6).

Woran erkennt man einen Jodmangel?

Im Anfangsstadium erzeugt ein Jodmangel kaum Beschwerden. Da der Jodmangel aber eine Unterfunktion der Schilddrüse nach sich ziehen kann, können im weiteren Verlauf Symptome auftreten, zu denen Antriebsschwäche, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Kälteempfindlichkeit, Atem- und Schluckbeschwerden und ein Engegefühl im Hals zählen. Bei Kindern kann es zu Wachstums- oder Entwicklungsstörungen kommen. Die Symptome treten schleichend auf und können oft nicht eindeutig einem Jodmangel zugeordnet werden (5).

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Was können die Folgen eines Jodmangels sein?

Eine andauernde Unterversorgung mit Jod führt dazu, dass zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden. Das kann gravierende Folgen für die Gesundheit haben, da diese Hormone an vielen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt sind.

Ein lang andauernder, chronischer Jodmangel kann zu Gewebewucherungen und Hypertrophien der Schilddrüse führen. Die Zellen vermehren sich und nehmen an Größe zu, um den Mangel an Schilddrüsenhormonen auszugleichen. Die Folge kann ein Kropf sein. Im weiteren Verlauf können sich autonome Adenome oder sogenannte heiße Knoten bilden. Dabei handelt es sich um autonomes Schilddrüsengewebe, das eifrig Hormone zu produzieren versucht. Wenn nun plötzlich Jod bei dieser Schilddrüsenunterfunktion eingenommen und der Mangel ausgeglichen wird, kann in diesen Arealen die Hormonproduktion stark steigen und zu einer Überfunktion führen (4).

Bei Kindern sind Schilddrüsenhormone für die Entwicklung des Gehirns unerlässlich. Besteht bei der Geburt ein Mangel daran, kann das zu geistiger Behinderung führen. Deswegen ist eine ausreichende Zufuhr von Jod in der Schwangerschaft immens wichtig. Davon ist nicht nur die Embryonalentwicklung betroffen, weswegen Jod auch in der Stillzeit ausreichend zugeführt werden muss.

Welche Lebensmittel sind gute Jod Lieferanten?

Da Jod natürlicherweise vor allem im Meerwasser vorkommt, sind Seefische, Meeresfrüchte und Algen sehr gute Jodlieferanten. Ansonsten ist Jod in Lebensmitteln eher selten. Obst und Gemüse enthalten kaum Jod, aber da in unseren Breiten auch das Tierfutter mit Jod angereichert ist, können auch Milchprodukte, Eier und Fleisch gute Quellen sein. Tatsächlich trägt auch industriell produzierte Nahrung, die oft mit Jodsalz hergestellt ist, zur Jodversorgung bei.

Woran erkennt man gute Jodpräparate?

Experten raten, Jod aus natürlichen Quellen zu bevorzugen, weil es vom Körper besser verwertet werden kann. Das bedeutet aber nicht, dass der Jodbedarf über Lebensmittel gedeckt werden muss. Jodtabletten auf der Basis von Algen sind weitgehend naturbelassen und besitzen eine höhere Bioverfügbarkeit als synthetische chemische Produkte.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung, Jod, online, Stand: 14.12.2021 https://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/jod-4600.html
  2. Prof. Dr. med. H. Zieren, Funktion und Aufgabe der Schilddrüse, online, Stand: 14.12.2021 https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/funktion-der-schilddruese/
  3. Spektrum, Lexikon der Ernährung – Jod, online, Stand: 14.12.2021 https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/jod/4563
  4. Dr. A. Flemmer, Jodversorgung: zu viel und zu wenig ein Problem, online, Stand: 14.12.2021 https://www.ugb.de/ernaehrungsberatung/jodversorgung/?jodversorgung-jod
  5. Prof. Dr. med. H. Zieren, Bedeutung des Jod für die Schilddrüse, online, Stand: 14.12.2021 https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/funktion-der-schilddruese/bedeutung-des-jod-fuer-die-schilddruese/
  6. L. E. Johnson, Jodüberschuss, online, Stand: 14.12.2021 https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/ern%C3%A4hrungsst%C3%B6rungen/mineralstoffe/jod%C3%BCberschuss

 

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