Nelken in einer Holzschale

Nelkenöl

Der würzige Duft von Nelken, den sie dem Nelkenöl verdanken, erinnert uns an Weihnachten und kuschelige Kaminabende mit Glühwein und Lebkuchen. Aber wir verdanken dem Nelkenöl noch viel mehr, denn es ist der Grund, warum wir an Weihnachten keine Zahnschmerzen bekommen.

Nelkenöl Wirkung

Wie viele ätherische Öle besitzt auch Nelkenöl antimikrobielle Aktivität gegen Bakterien, Viren und Pilze. Darüber hinaus wirkt es als Repellent und vertreibt Insekten und andere Lästlinge oder Schädlinge. Nelkenöl wirkt desinfizierend und entzündungshemmend, schützt die Zellen vor oxidativem Stress und kann krampflösend wirken. Auch diese Eigenschaften teilt es sich mit vielen anderen ätherischen Ölen.

Traditionell wird Nelkenöl in der Zahnmedizin zur Schmerzlinderung eingesetzt. Das ist seine Besonderheit.

Der Hauptbestandteil des ätherischen Öls, Eugenol, ist ein wirksames Lokalanästhetikum und kann außerdem die Entstehung von Krebs hemmen, indem es die die Apoptose, den programmierten Zelltod, in verschiedenen Krebsarten fördert.

Psychisch kann Nelkenöl gegen Depressionen, psychische Erschöpfungszustände, chronische Müdigkeit und Konzentrationsstörungen helfen.

Schon gewusst?

Nelkenöl wird nicht nur aus den Knospen, sondern auch aus Blättern und Stielen des Baumes gewonnen. Teilweise sind Verschnitte aus verschiedenen Pflanzenteilen auf dem Markt. Nelkenknospenöl hat dabei die höchste therapeutische Wirksamkeit und die geringsten Nebenwirkungen.

Nelkenöl Anwendung

Zur Aromatherapie oder um Insekten zu verjagen verdampft man einfach einige Tropen Nelkenöl in einer Schale mit Wasser.

  • Zahnpflege mit Nelkenöl: Zu den traditionellen Anwendungsbereichen von Nelkenöl gehören in erster Linie Zahnschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Bei Zahnschmerzen kann man 1-2 Tropfen Nelkenöl auf einen nassen Wattebausch geben, auf den schmerzenden Zahl legen und sanft zubeißen. Die schmerzlindernde Wirkung tritt nach ca. 5 Minuten ein. Für ein pflegendes, heilendes Mundwasser, dass auch gegen Zahnschmerzen und Entzündungen hilft, vermischt ihr 2 Tropfen Nelkenöl in einem Glas warmen Wasser.
  • Nelkenöl bei Baby und Kleinkind: Es ist schon ein Jammer. Da hält man DAS Mittel gegen sämtliche Probleme mit Zähen in den Händen und dann soll man Nelkenöl beim Baby nicht verwenden dürfen. Viele Experten meinen, dass Nelkenöl für das Baby ungeeignet ist. Andere raten verhalten zu, empfehlen aber eine extrem hohe Verdünnung. Entscheidend ist tatsächlich die Qualität des Öls. Produkte der höchsten Qualität erweisen sich als toleranter gegenüber Anwendungsfehlern. Das ätherische Öl, das die meisten unerwünschten Nebenwirkungen hervorruft, ist aber Nelkenöl und Kinder unter sechs Jahren sind davon am häufigsten betroffen.

Folgendes Zahnöl kann man sich selbst zusammenmischen.

50ml Trägeröl (Olive, Mandel, Jojoba, o.ä.)

  • 2 Tropfen ätherisches Kamillenöl
  • 2 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • 1 Tropfen ätherisches Nelkenöl

Vor Gebrauch gut durchmischen und dem Baby von außen auf die Wange auftragen.
Ein Tropfen sind etwa 50µl, in 50ml verdünnt entspricht das einer Verdünnung von 1:1000.

Aber Achtung: vor der Anwendung sollte man stets sichergehen, dass das jeweilige Öl für diese Art der Anwendung auch geeignet ist. Ist man sich unsicher sollte man sicherheitshalber beim Hersteller nachfragen.

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Chemische Zusammensetzung von Nelkenöl

Die chemische Zusammensetzung von Nelkenöl ist gut überschaubar. Die Hauptkomponente, Eugenol, ist auch für die meisten pharmakologischen Effekte verantwortlich. In der Regel sind u.a. folgende Bestandteile im Nelkenöl enthalten.

  • Eugenol (70-85%): Eugenol ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der zur Klasse der Phenylpropanoide gehört, die neben Terpenen (die hier weitgehend fehlen) häufig in ätherischen Ölen vorkommen. Eugenol verbreitet das typische Nelkenaroma, kommt aber unter anderem auch in Piment, Muskat oder Bananen vor.
  • Eugenolacetat (15%): Eugenolacetat ist ein Ester des Eugenols.
  • β-Caryophyllen (5 bis 12%): β-Caryophyllen gehört zu den Cannabinoiden und wirkt entzündungshemmend.
  • Oleanolsäure (2%): Oleanolsäure, ebenfalls ein Terpen, ist ein Naturstoff, der weit verbreitet, aber nur schwache pharmakologische Wirkungen besitzt. Verschiedene Derivate der Oleanolsäure dagegen verfügen über eine deutlich höhere Potenz und sind vielversprechende Kandidaten für die Entwicklung von Krebsmedikamenten.

Herstellung von Nelkenöl

Nelkenöl wird aus den getrockneten Knospen des Gewürznelkenbaumes durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Für die Qualität des Öls ist es wichtig, die Knospen zum richtigen Zeitpunkt zu ernten. Das Material ist ziemlich ergiebig, die Knospen enthalten bis zu 15% ätherisches Öl. Für einen Liter Öl benötigt man nur sechs bis acht Kilogramm Nelken.

Geschichte der Gewürznelke

Der Gewürznelkenbaum wuchs ursprünglich ausschließlich auf den Molukken. Die Bewohner dieser auch als Gewürzinseln bekannten Inselgruppe brachten die Gewürznelke schon vor mehr als 2000 Jahren nach China, so dass die Nelke sich schon vor Jahrhunderten einen Platz als Gewürz und Arznei in der Chinesischen Medizin erobern konnte. Schon im ersten Jahrhundert kannten die Römer ein Gewürz, das sie „Caryophyllon“ nannten. In der Antike waren Nelken, wie viele exotische Gewürze, ein kostbares und seltenes Gut und nur den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten.

Im Mittelalter kaute man Gewürznelken zum Schutz vor Pest und Cholera. Hildegard von Bingen empfahl Nelken gegen Kopfschmerzen, Gicht und Wassersucht. Außerdem schrieb sie der Nelke stimmungsaufhellende und nervenstärkende Eigenschaften zu. Paracelsus schätzte die positiven Effekte der Nelke auf das Verdauungssystem. Daneben verwendete er die Gewürzpflanze zur Stärkung und zur Linderung bei Geburtsschmerzen.

In der Neuzeit entbrannte ein heftiger Kampf um die Vorherrschaft auf den Molukken, die damals noch die einzige Quelle für kostbare Gewürze darstellten. Diesem Streit viel auch ein Großteil der Gewürznelkenbäume zum Opfer. Sie wurden gerodet und die Wurzeln entfernt. Der Anbau war streng kontrolliert und Verstöße dagegen standen unter Strafe. Erst gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts gelang es, einige Setzlinge außer Landes zu schaffen. Sie wurden auf der Insel La Réunion angesiedelt und bildeten den Ausgangspunkt für die Kultivierung der Gewürznelke auch außerhalb ihrer ursprünglichen Heimat. Heute werden Gewürznelken weltweit angebaut.

Botanik der Gewürznelke

Der Gewürznelkenbaum, Syzygium aromaticum, gehört zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Der immergrüne Baum wird bis zu zehn Meter hoch und gedeiht besonders gut in tropischem Klima.

Bei den Gewürznelken handelt es sich um die Blütenknospen der Pflanze. Frische Nelken, sondern auf Druck auch etwas ölige Flüssigkeit ab. Sie fühlen sich leicht fettig an und in Wasser stehen sie senkrecht, mit dem Köpfchen nach oben. Mit dem Alter verringert sich der Ölgehalt. Alte, entölte Nelken schwimmen waagrecht.

Risiken und Gegenanzeigen

Wenn man es korrekt dosiert ist Nelkenöl gut verträglich, mit einem geringen Allergiepotenzial. Die Konzentration sollte aber 0,5% nicht übersteigen. Andernfalls können Schleimhaut- und Hautreizungen auftreten. Wer Nelkenöl einnehmen will sollte jedoch immer darauf achten, ob das jeweilige Öl auch für die Einnahme zulässig ist. Ist man sich unsicher, sollte man am besten beim Hersteller nachfragen.

Nelkenöl wirkt wehenfördernd, deswegen muss während der Schwangerschaft strikt darauf verzichtet werden.

Auch für Babys und Kleinkinder sollte man Nelkenöl nicht verwenden.

Nelkenöl Info:

Name Nelkenöl
Botanischer Name Syzygium aromaticum, Eugenia caryophyllus
Familie Myrtengewächse, Myrtaceae
Synonyme Nägelein, Gewürznelkenbaum, Nelken
Englischer Name clove essential oil
Herkunftsland Indonesien (Molukken)
Gewinnungsart Wasserdampfdestillation
Pflanzenteil Blütenknospen

Das ist der Duft von Nelkenöl:

Duftprofil würzig, warm, süß
Duftwirkung erdend
Duftnote Herznote
5/5 (2 Reviews)