Mandeln in einer Schale

Mandelöl – Wirkung und Anwendung

Mandelöl, oder zumindest die Mandel, verdanken wir einer Göttin, die für seine Entstehung extra einen Tropfen Blut geopfert hat. Das Ergebnis überzeugt in jeder Hinsicht.

Hier erfährst Du:

Mandelöl Wirkung

Mandelöl wird seit langem in der Komplementärmedizin als Ergänzung der schulmedizinischen Therapien verwendet. Es besitzt bekanntermaßen etliche positive Effekte auf die Gesundheit. Auch wenn der Wirkmechanismus bisher nicht verstanden ist, so ist man sich doch einig, dass Mandelöl entzündungshemmend, immunstärkend und anti-hepatotoxisch wirkt. Darüber hinaus gibt es Anzeichen, dass Mandelöl auch die Darmpassage der Nahrung beschleunigt, was das Risiko an einem Reizdarm zu erkranken, deutlich reduziert. Möglicherweise senkt Mandelöl auch das Darmkrebsrisiko.

Mandelöl erhöht das gute HDL Cholesterin und senkt das schlechte LDL Cholesterin, was einen gewissen Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen bietet. Mandelöl verfügt offenbar über blutzuckersenkende Eigenschaften, denn es verhindert nach einer Mahlzeit einen allzu starken Anstieg des Blutzuckerspiegels. Schon seit der Antike wird Mandelöl zur Behandlung von Hautproblemen, Schuppenflechte und Ekzemen genutzt.

Linolsäure ist der Wirkstoff, der Mandelöl seine hautschützende und regenerierende Wirkung verleiht. Linolsäure ist ein Bestandteil von Ceramiden und diese Fettstoffe schützen die Haut, indem sie eine natürliche Barriere bilden, die die Haut vor Feuchtigkeitsverlust und eindringenden Fremdstoffen schützt. Mangelt es an Linolsäure gerät die Synthese der Ceramide ins Stocken und das kann zu trockener Haut und krankhaften Hauterscheinungen führen.

Mandelöl bietet auch einen effektiven Schutz vor Strahlungsschäden und ist deshalb ein gutes Sonnenschutzmittel für die Haut. Auch die Narbenbildung soll es reduzieren und die Haut glätten und verjüngen. Das reichlich in Mandelöl vorhandene α-Tocopherol wirkt antioxidativ und schützt die Haut.

Schon gewusst?

Den typischen Geruch von Bittermandelöl assoziiert man gerne mit der giftigen Blausäure. Die ist aber geruchlos. Der Duft stammt in Wirklichkeit vom Benzaldehyd.

Anwendung Mandelöl

Mandelöl ist ein ganz normales Speiseöl und entfaltet seine positive Wirkung, indem man es in den täglichen Speiseplan einbaut. Für Speisezwecke sollte immer reines Süßmandelöl verwendet werden, um Verunreinigungen mit Bittermandelöl auszuschließen.

Das ätherische Bittermandelöl verbreitet das typische Bittermandelaroma, das es seinem hohen Gehalt an Benzaldehyd verdankt. Es wird als Zusatz in der Lebensmittelindustrie und zur Herstellung von Parfums verwendet. Trotzdem hat es in Lebensmitteln nichts verloren, denn es ist giftig.

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Mandelöl wird wegen seiner Milde und pflegenden Eigenschaften geschätzt. Es zieht tief ein und entfaltet dann seine schützende und feuchtigkeitsspendende Wirkung. Als Trägeröl für Massagen und für kosmetische Anwendungen findet am besten raffiniertes Mandelöl Verwendung. Mandelöl macht die Haut durchlässig, nicht nur für erwünschte Substanzen. Deswegen sollte möglichst keine unerwünschten Inhaltsstoffe enthalten sein.

Alternativ kann man natürlich auch auf ein hochwertiges reines Süßmandelöl in Bioqualität zurückgreifen, am besten aus der Apotheke.

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Chemische Zusammensetzung von Mandelöl

Mandelöl besteht zu über 90% aus einfach und zweifach ungesättigten Fettsäuren. Den größten Anteil mit 60 – 85% macht die Ölsäure aus, eine einfach ungesättigte Fettsäure, die auch für Olivenöl typisch ist. Der Rest besteht im wesentlichen aus Linolsäure, einer zweifach ungesättigten Omega-6-Säure und zu einem kleineren Teil aus der gesättigten Palmitinsäure. Andere Fettsäuren kommen quasi nur in Spuren darin vor.

Erwähnenswert ist noch der Gehalt an Tocopherolen (Vitamin E). Es ist der höchste von allen Nüssen überhaupt. Der Anteil an α-Tocopherol ist dabei besonders hoch, was die Eigenschaften des Mandelöls stark beeinflusst.

Das ätherische Bittermandelöl besteht zu einem weit überwiegendem Teil aus Benzaldehyd mit einem Anteil von zwei bis vier Prozent Blausäure, Mandelsäurenitril und Benzoidin.

Herstellung von Mandelöl

Wenn wir von Mandelöl sprechen ist eigentlich Mandelkernöl gemeint, ein fettes Öl, das durch Kaltpressung aus den Samen des Mandelbaumes gewonnen wird. Zur Ölpressung werden sowohl süße als auch bittere Mandeln verwendet, wobei süße Mandeln etwas mehr Fett enthalten als bittere. Kaltgepresstes Öl bleibt in der Regel nach der Pressung unbehandelt und wird lediglich filtriert. Es ist aber auch raffiniertes Mandelöl erhältlich. Bei der Raffination werden dem Öl bestimmte Begleitstoffe entzogen, wodurch das Öl besser verträglich und länger haltbar wird. Neben dem fetten Mandelöl gibt es auch noch ein ätherisches Öl, das ausschließlich aus Bittermandeln hergestellt wird und wegen des hohen Amygdalingehaltes giftig ist. Bittermandelöl wird nach der Kaltpressung aus dem Presskuchen durch Wasserdampfdestillation hergestellt.

Geschichte der Mandel

Mandeln hatten schon in der Antike eine große Bedeutung in der Medizin, aber auch in der Kosmetik und Kochkunst. Jedes Volk und jede Epoche hält eine Sage um die Vorzüge der Mandel bereit. Sowohl Süß- als auch Bittermandeln wurden im römischen Reich zur Herstellung von Arznei und Kosmetikprodukten verwendet. Die Römer machten die Mandel dann auch im heutigen Deutschland bekannt. Auch Hildegard von Bingen wusste um die gesundheitliche Bedeutung von Mandeln. Im achtzehnten Jahrhundert gelangten die Mandeln nach Kalifornien, das sich heute zum bedeutendsten Anbaugebiet weltweit entwickelt hat.

Botanik des Mandelbaumes

Botanisch betrachtet sind Mandeln die Steine der Früchte eines Baumes oder Strauches, Prunus dulcis, aus der Familie der Rosengewächsen (Rosaceae). Der Mandelbaum stammt vermutlich aus Asien. Heute werde Mandeln überwiegend in Kalifornien, dem Mittelmeerraum, Iran, Pakistan und China angebaut. Die unreifen Mandelfrüchte erinnern vom Aussehen her an grüne Walnüsse. Zum Zeitpunkt der Reife vertrocknet das Fruchtfleisch, öffnet sich uns gibt einen Stein frei, den wir als Mandel kennen. Zur Gattung Prunus gehören auch viele andere Obstsorten wie Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen oder Kirschen. Eine Mandel ist praktisch nichts anderes als der „Pflaumenkern“ einer anderen Art derselben Gattung.

Die Art Prunus dulcis existiert in drei Varietäten:

Blätter und Blüte des eines Mandelbaums

Risiken und Gegenanzeigen

Bisher sind keine Nebenwirkungen von Mandelöl bekannt. Während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Bedenken gegen die Verwendung von Mandelöl. Es kann auch bei Säuglingen und Kleinkindern angewandt werden. Bei Überempfindlichkeit gegen Mandeln sollte man allerdings auf den Gebrauch von Mandelöl verzichten. Ätherisches Öl aus Bittermandeln ist jedoch giftig und sollte daher keinesfalls eingenommen werden.

Steckbrief Mandelöl

Quellen

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