Anisoel

Anisöl – Wirkung und Anwendung

Weihnachten ohne den typischen Anisduft ist für viele gar nicht vorstellbar. Anis ist eine Gewürz- und Heilpflanze, die schon in der Antike verwendet wurde bei Magenbeschwerden oder bei Bronchialkrankheiten. Und schon im alten Rom wurde im Anschluss einer reichhaltigen Mahlzeit ein kleiner Aniskuchen gereicht für die Verdauung. Um die Verdauung vor oder nach einem Essen anzuregen, wird heute noch Anisschnaps gereicht – eine Tradition in mehreren Ländern, wie die Namen Ouzo, Pastisse oder Absinth belegen. Das süss-würzige Anisöl ist besonders beliebt in der Weihnachtsbäckerei und kommt gern in Kekse oder Kuchen.

In der europäischen Heilmedizin stellen Anis und daraus gewonnene Extrakte schon seit vielen Jahrhunderten ein wichtiges Heilmittel dar.

Hier erfährst Du:

Anisöl Wirkung

Anisöl kann vielseitig eingesetzt werden, es sticht dabei besonders heraus, da das Öl auf Körper und Geist wirken kann. 

Körperlich

Auf der körperlichen Ebene gibt es bei Anisöl traditionell ein breites Wirkungsspektrum und damit verbunden auch viele Einsatzgebiete:

Geist/Seele

Über die körperlichen Einsatzmöglichkeiten hinaus hat Anisöl auch über die reine Duftwirkung einige hervorragenden Wirkungen auf die Psyche:

Schon gewusst?

Anisöl und Sonnenlicht sind keine gute Kombination, denn Anisöl gilt als phototoxisch: Unter Einfluss von Sonnenlicht kann es zur Bildung von giftigen Stoffen kommen. Deswegen nach Einreibung von Anisöl besser nicht in die Sonne gehen!

Anisöl Anwendung

Anisöl eignet sich gut für die innere Anwendung als auch äußerlich auf verschiedene Weise und in unterschiedlichen Anwendungsformen:

Aromatherapie

Bei der Aromatisierung von Räumen nur wenige Tropfen in eine Duftschale mit Wasser oder eine Duft- oder Aromalampe geben. Für ein Erkältungs-Vollbad maximal 10 Tropfen auf 3 Esslöffel Meersalz ins warme Wasser geben.

Bei Bedarf kannst du ein Fläschen mit Anisöl auch mit dabei haben und direkt daran riechen, das wirkt ausgleichend und bei Angstzuständen entspannend.

Zum Einreiben

Gerade bei Blähungen von Kleinkindern lässt sich das vermischte Öl gut direkt auf dem Bauch einreiben. Geeignet für Babys ab 3 Monaten: Dafür nur 1 Tropfen mit einem Basisöl wie Mandel- oder Jojobaöl vermischen. Auch Fenchelöl und Kreuzkümmelöl haben einen ähnlichen Effekt. Bei Menstruationsbeschwerden hat diese Methode des Einreibens auch einen entspannenden und menstruationsfördernden Effekt.

Achtung: Anisöl sollte niemals pur auf die Haut aufgetragen werden, weil es stark reizend wirken kann! Mache deswegen vor einer Einreibung immer erst einen Test auf einer kleinen Hautstelle!

Fläschchen Basilikumöl umgeben von Basilikumblättern

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Anisspiritus

Als ein bewährter Hustenlöser kommt ein sogenannter Anisspiritus zum Einsatz. Das lässt sich ganz leicht selbst herstellen: 1 ml Anisöl in 75 ml Ethanol (Alkohol) auflösen, danach 20 ml Wasser und 3ml Ammoniumchlorid hinzufügen – fertig ist das Hausmittel. Gegen Husten wirkt die Gabe von 3 mal 15 Tropfen täglich.

Aniswasser

Auch selbstgemachtes Aniswasser eignet sich als schleimlösendes Hustenmittel: Dafür 1 ml Anisöl in 35 ml Ethanol (Alkohol) auflösen und 35 ml Wasser sowie 3 ml Ammoniumchlorid hinzufügen. Die Darreichungsmenge ist hier die gleiche.

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Chemische Zusammensetzung von Anisöl

Die biologisch wichtigsten aktiven Wirkstoffen von Anisöl sind:

Herstellung von Anisöl

Anisöl wird aus den getrockneten und teilweise zerkleinerten Früchten des Anis (Pimpinella anisum) und auch des Sternanis (Illicum verum) über Wasserdampfdestillation gewonnen. Für die Herstellung von 1 Liter Anisöl werden ca. 95 Kilogramm Anis-Rohstoff verarbeitet.

Geschichte des Anis

Schon in der Bibel oder in den alten Schriften der Inder ist der Anis beschrieben worden. Im alten Ägypten wie im alten Rom zählte Anis zu den wichtigsten Heilpflanzen. Auch für die Griechen galt Anis als ein wirksames Mittel gegen Husten und Atemerkrankungen. Seine stark schleimlösende Wirkung ist schon lange ein Begriff.

Als eine Pflanze mit verdauungsfördernder und appetitanregender Wirkung hat der griechische Mathematiker Pythagoras Anis schon beschrieben.
Die alten Hochkulturen verwendeten Anis ebenfalls als Mittel gegen Vergiftungen, beispielsweise bei Schlangenbissen.

Ursprünglich stammt Anis zwar aus dem Orient, wird heute jedoch in Mittelamerika, Mittel- und Südeuropa, Südrussland Ägypten sowie in Japan angebaut. Der Anbau von Anis ist weltweit überall dort möglich, wo ein gemäßigtes Klima herrscht. In Gärten mit Sonne und wenig Wind gedeiht Anis am

Schon gewusst?

Richtig vermischt kann Anisöl zur Bewältigung von Ängsten beitragen. Vermenge dafür einfach 1 Tropfen Anisöl mit 2 Tropfen Neroliöl und einem Esslöffel Jojobaöl und massiere damit deine Fußreflexzonen.

Botanik des Anis

Die Anispflanze ist ein lichtliebendes Gewächs, die gut auf einem nährstoffreichen Boden und in gemäßig Klimazone gedeiht. Sie gehörte zur Familie der Doldenblütler. Der lateinische Name Anis verweist auf das griechische Wort für Dill, mit dem Anis oft verwechselt wurde, auch durch das ähnliche Aussehen. Charakteristisch für den Anis ist der stark aromatische Duft der gesamten Pflanze.

Die doldenartigen Pflanzen erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 60 Zentimetern und die Blüten bilden sich bis 2,5 Zentimeter groß aus. Blütezeit von Anis ist von Juni bis Dezember. Von August bis September reifen die Samenfrüchte der Pflanze und fallen anschließend aus den Blütenständen ab.

Wichtig für das komplette Ausreifen der Samen ist eine beständige Temperatur von mindestens 20 Grad, größere Temperaturschwankungen sind unbedingt zu vermeiden. Traditionell werden die Anissamen im September geerntet, indem das Kraut abgemäht und danach gedroschen wird.

Eine geschlossene Anisblüte

Risiken und Gegenanzeigen

Während der Schwangerschaft sollten Frauen das ätherische Anisöl meiden, da es einen förderlichen Einfluss auf eine Wehentätigkeit haben könnte. Empfindliche Personen sollten gerade bei Anisöl auf den direkten Hautkontakt verzichten. Um dies festzustellen, sollte an einer Hautstelle ein kleiner Test vorgenommen werden. Auch bei einer innerlichen Einnahme können sehr empfindliche Personen mit einer Magenreizung reagieren. Die starke Wirkfähigkeit und das breite Wirkspektrum des relativ nebenwirkungsarmen Anisöls wiegen allerdings stärker.

Steckbrief Anisöl

Das ist der Duft von Anisöl

Duftprofilsüss, würzig,frisch, leicht scharf, intensiv
Duftwirkungentspannend, ausgleichend, beruhigend, anregend
DuftnoteHerznote
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