Baldrianöl

Anwendung, Herstellung und Wirkung von Baldrianöl

Baldrianöl ist wohl eines der bekanntesten pflanzlichen Beruhigungsmittel und ein wahrer Alleskönner, wenn es um Belastungen der Psyche geht. Schon im Altertum war die Pflanze in der Heilkunde bekannt, die beruhigende Wirkung wurde allerdings erst im 17. Jahrhundert bekannt. Doch wogegen hilft Baldrian und wie kann man Baldrianöl am besten anwenden? Antworten auf diese und andere Fragen findet ihr hier. 

Baldrianöl Wirkung

Die Einnahme von Baldrian wirkt sich in erster Linie auf die Psyche aus. So soll es vor allem beruhigend, entspannend, konzentrationsfördernd und krampflösend wirken. Experimente haben ergeben, dass schlaffördernde Substanzen im Gehirn mit speziellen Botenstoffen und den Inhaltsstoffen des Baldrians interagieren. Aus diesem Grund hilft Baldrian vielen Leuten beim Einschlafen. Doch nicht nur auf den Schlaf hat Baldrian eine positive Wirkung. Es wirkt zudem auch angstlösend und beruhigend auf das Kreislauf- und das Nervensystem. Wer häufig Stresssituationen ausgesetzt ist, oder beispielsweise unter Prüfungsangst leidet, dem kann Baldrian helfen sich zu beruhigen und sich besser zu konzentrieren. Denn im Gegensatz zu anderen Beruhigungsmitteln macht Baldrian nicht zwangsläufig müde. Die im Öl enthaltenen Valepotriate hingegen wirken in erste Linie krampflösend, sodass Baldrian zum Beispiel bei Magenkrämpfen Linderung verschaffen kann.

Anwendung von Baldrianöl

Die Anwendungsmöglichkeiten von Baldrian sind, bedingt durch die vielseitige Wirkung, ebenfalls vielfältig. Grundsätzlich kann Baldrian zum Beispiel bei folgenden Beschwerden angewendet werden:

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Magenkrämpfe
  • Blähungen
  • Darmkrämpfe
  • Magenschleimhautentzündung
  • Schlafstörungen
  • Unruhe
  • Nervosität
  • Prüfungsangst
  • Verspannungen
  • Neurodermitis

Wie Baldrianöl angewendet wird, ist hierbei ganz verschieden. Man kann beispielsweise einige Tropfen des Baldrianöls in ein Glas Wasser oder eine Tasse Kräutertee geben. Allerdings sollte man maximal 3x am Tag 8 Baldrian Tropfen einnehmen. Ebenfalls ist die Anwendung als Badezusatz möglich. Hierfür muss man nur einige Tropfen in angenehm temperiertes Badewasser geben. Dies wirkt vor allem auf die Muskeln entspannend, kann aber auch schlaffördernd sein.

Auch die Anwendung als Massageöl ist möglich. Dazu mischt man einige Tropfen Baldrianöl mit einem Trägeröl. Eine Massage mit Baldrianöl kann bei Magenkrämpfen und Koliken helfen. Zur Anwendung in der Aromatherapie ist das ätherische Baldrianöl hingegen weniger zu empfehlen, da der Geruch von vielen Leuten als unangenehm wahrgenommen wird.

Es gibt aber auch noch andere Anwendungsmöglichkeiten für Baldrian.

Als Hausmittel hat sich die getrocknete Baldrianwurzel bewährt, welche als Tee getrunken werden können. Hierfür müssen nur einige Gramm der Baldrian Wurzel mit warmen Wasser übergossen werden. Allerdings sollte der Tee gute 15 Minuten ziehen, ehe er getrunken werden kann. Wer durch das Trinken von Baldrian Tee hofft am Abend besser einschlafen zu können der muss nicht gleich enttäuscht sein, wenn es nicht gleich klappt, denn das Einsetzen der Wirkung kann gerade bei den getrockneten Wurzeln bis zu 14 Tage dauern.

In der Apotheke werden diverse Produkte mit Baldrian angeboten. In erster Linie handelt es sich hierbei um Baldrian Tabletten und Dragees, die verschieden stark konzentriert sind. Je nach Beschwerden und deren Intensität wird einem ein passendes Produkt vom Apotheker empfohlen. Nicht selten handelt es sich hierbei um sogenannte Kombipräparate bei denen Baldrian mit anderen, ähnlich wirkenden, Komponenten kombiniert wird. Dies kann zum Beispiel Hopfen, Johanniskraut oder die Passionsblume sein.

Chemische Zusammensetzung von Baldrianöl

Für die Herstellung von Baldrianöl und andere Baldrian Präparaten wird ausschließlich die Wurzel der Pflanze verwendet. In dieser sind verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, durch die die Wirkungsweise der Pflanze zustande kommt. Die wichtigsten davon sind:

  • Bornylacetat (Hauptinhaltsstoff)
  • Valeranon
  • Valerenal
  • β-Caryophyllen
  • Bornylisovalerat
  • Valerensäure
  • Terpinolen
  • Camphen

Außerdem findet man Valepotriate in der Baldrian Pflanze, die vorwiegend krampflösend wirkt. Nicht vollständig geklärt ist bis heute, ob die beruhigende Wirkung auf einen einzelnen Inhaltsstoff zurückzuführen ist, oder ob mehrere Inhaltsstoffe zur Wirkung beitragen.

Herstellung

Das beliebte Baldrianöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Wurzeln des Echten Baldrians (Baldriane) gewonnen. Um einen Liter Baldrianöl zu gewinnen benötigt man über 60 kg Wurzeln. Die Wirkstoffkonzentration des Baldrianöls ist dementsprechend hoch. Baldrian kommt auch in anderen Formen zu Anwendung. Häufig werden in Apotheken Dragees oder Tabletten angeboten. Die Wirkstoffkonzentration kann hierbei ganz unterschiedlich sein.

Botanik des Baldrians

Als Baldriane (Valeriana) bezeichnet man eine Pflanzengattung, die zur Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae) zählt. Zu dieser Familie gehören mehr als 200 Pflanzenarten. Die Pflanze kommt sowohl in Europa als auch in den gemäßigten Zonen Asiens vor und fühlt sich an schattigen und leicht feuchten Standorten besonders wohl. Der Baldrian ist ein mehrjähriger Strauch der ca. einen Meter hoch wird und von Juni bis in den September hellrosa Blüten trägt. Für medizinische Zwecke von Interesse sind allerdings nur die Wurzeln. Mittlerweile wurde die Pflanze auch in Nordamerika eingeführt.

Geschichte des Baldrians

Im Altertum wurde der Baldrian zeitweise als Allheilmittel betrachtet und war unter dem Namen Phu bekannt. Bereits bei den Römern und Griechen wurde Baldrian häufig von Heilern verschrieben, denn ihm wurden harntreibende und menstruationsfördernde Wirkungen zugesagt.

Auch im Mittelalter war die Pflanze sehr beliebt und wurde zur Behandlung verschiedenster Krankheiten verabreicht. So zum Beispiel gegen Epilepsie, Augenkrankheiten und sogar gegen die Pest.

Da ihm auch zauberabwehrende Kräfte nachgesagt wurden, hängten sich einige Leute im Mittelalter Baldrian ans Haus, um böse Geister zu vertreiben. Die beruhigende Wirkung wurde erst im 17. Jahrhundert bekannt.

Baldrian Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Gelegentlich können bei der Einnahme von Baldrian Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden oder Juckreiz auftreten.

Zudem sollten einige Präparate nicht von Kindern eingenommen werden und auch auf die Anwendung in der Schwangerschaft oder der Stillzeit sollte vermieden werden, ohne dies vorher mit dem betreuenden Arzt abzusprechen.

Durch die stark beruhigende Wirkung, die teilweise die Wahrnehmung beeinflussen kann, sollte man es vermeiden nach der Einnahme Auto zu fahren, da die Reaktionsfähigkeit durch die Wirkstoffe des Baldrians beeinflusst werden kann.

Baldrianöl Info:

Name Baldrian
Botanischer Name Valeriana officinalis
Familie Baldriangewächse (Valerianoideae)
Synonyme Balderjahn, Hexenkraut, Katzenkraut, Waldspeik, Stinkbalte
Englischer Name valerian
Herkunftsland Europa und Asien
Gewinnungsart Wasserdampfdestillation
Pflanzenteil Wurzeln
Preis pro 10ml ab 13,76 €

Das ist der Duft von Baldrianöl:

Duftprofil würzig, erdig
Duftwirkung
Duftnote Basisnote

Quellen:

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